Manfred Vollmert
Keiner
weiß genau zu sagen, wie oft die Cottbuser Feuerwehr in der
Vergangenheit ausrücken mußte, um die Stele "Energetische Reflexion" am
Bahnhof nach langer Sonneneinstrahlung zu löschen. Die Tücke liegt
nicht im Objekt, und nicht bei Manfred Vollmert oder Heinz Gardzella
als den Autoren, sie liegt im sogenannten Urbaum, der als Zeitzeuge
eingebaut wurde. Trotz Feuerfreundlichkeit gehört diese Arbeit nach wie
vor zum besten, das in Cottbus als Kunst im öffentlichen Raum
geschaffen wurde.
Manfred Vollmert, der 21 Jahre Leiter der kunstierischen Produktionsgenossenschaft "neue form" in Seidewinkel war, hat sich als gelernter Stahlgraveur nie ganz von diesem Material getrennt. Er sucht im spannungsvollen Mit- und Gegeneinander von Einzelformen, die er bündelt. Raumlösungen vorzustellen. Auseinanderbrechen, Zusammenwachsen, Aufstreben, Absinken sind für ihn nicht nur Zustandsbeschreibungen, die er dreidimensional fixiert, sondern Versuche räumlich gewordener philosophischer Botschaften. Versuche, über den bloßen Effekt hinaus Mitteilungen allgemeiner und substantieller Natur zu transportieren.